So schön kann eine Lesung sein!


Ich bin müde, der gestrige Tag war anstrengend. Am Nachmittag 200 Kilometer nach Waltershausen gefahren. Im dichten Nebel und bereits eingetretener Dunkelheit musste ich die Stadtbibliothek finden. Umso freundlicher wurde ich dort empfangen. Die Bibliothekarin Katrin Brand und Mike Raimann haben mich sehr herzlich betreut. Schnell war die Technik aufgebaut und ich hatte noch die Möglichkeit, mich in den Räumen umzusehen. Ich mag es immer, wenn alte Gebäude, insbesondere Fachwerkbauten, in ein neues modernes Gesamtkonzept integriert werden. Dies ist in der Stadtbibliothek Waltershausen hervorragend gelungen. Inmitten eines neuen Komplexes ist ein denkmalgeschützer Fachwerkteil eingebunden – Klasse!

Die vorhandenen Sitzmöglichkeiten waren schnell besetzt, so daß wir sogar ein paar zusätzliche Stühle bereitstellen mussten. Es ist wunderbar, in einem vollen Haus zu lesen. Pünktlich um 19:00 Uhr stellte mich Frau Brand dem interessierten Publikum vor. Anschließend lass ich drei sorgfältig ausgewählte Kapitel aus „Niemand wird dich vermissen“. Nach guten 55 Minuten endete ich diesen Teil der Lesung. Man hörte ein Flüstern: „Schade!“ und „Wie geht’s weiter?“. Scheinbar war mir der Cliffhanger gelungen. Besonders gut kam Pocke an, meine Lieblingsfigur aus diesem Thriller, obwohl wenn er an Niederträchtigkeit kaum zu überbieten ist.

Ich wollte die Gelegenheit nicht versäumen, auch ein Kapitel aus „Opfer und Täter“ zum Besten zu geben, wobei ich mir lange Zeit im Unklaren war, was genau ich lesen sollte. Ich hatte zuvor zwar ein Kapitel ausgewählt, doch das geht sehr unter die Haut und ist an einigen Stellen kaum auszuhalten.

Wie würde das Publikum darauf reagieren? Ich fing an, das Kapitel zu lesen. Schon nach wenigen Zeilen blickte ich in ernste, betroffene und auch schockierte Gesichter. Bis zuletzt wußte ich nicht, war es die richtige Entscheidung, dieses heftige Kapitel zu lesen? Ein Kapitel, in dem zwar kein Blut fließt, es einen jedoch umso mehr tief berührt. Nach der Lesung herrschte Schweigen. Das musste erst verdaut werden. Einige Zeit später kam dann der erlösende Applaus. Puh, nochmal gut gegangen!

Nach einer Fragerunde durfte ich nicht nur zahlreiche Bücher signieren, nein, ich bekam auch Vorbestellungen für Opfer und Täter. Meine beiden Bücher haben an diesem Abend genau das richtige Publikum getroffen. Danke, liebe Waltershäuser!

Auf der Rückfahrt im leider dichten Nebel war ich sehr glücklich über den gelungenen Abend. Auch wenn es anstrengend war, erst kurz vor Mitternacht nach Hause zu kommen, es hat sich gelohnt! Eine tolle Erfahrung, die Lust auf mehr Lesungen macht!

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