Impressionen von der Ernst-Ludwig-Buchmesse Bad Nauheim

Impressionen einer Buchmesse, die noch gar nicht stattgefunden hat? Wo gibt es denn so etwas? Natürlich hier auf meinem Blog:

Morgen, Sonntag, den 9.4.2017, findet die erste Buchmesse in Bad Nauheim statt. Ich freue mich sehr, dabei sein zu dürfen, denn ich liebe es, auf Buchmessen meine Bücher zu präsentieren, eine Lesung zu halten und mit Lesern und potentiellen Lesern interessante Gespräche zu führen. Schon heute habe ich meinen Messestand aufgebaut. So sieht er aus:

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Die Bad Nauheimer Buchmesse, die nach Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (25.11.1868 – 09.10.1937) benannt wurde, findet im historischen Sprudelhof im Kurpark Bad Nauheim statt. Allein schon wegen der historischen Gebäude und dem zu Sonntagsspaziergängen geradezu prädestinierten Kurpark lohnt sich morgen ein Besuch in Bad Nauheim. Das Wetter soll toll werden, wer kann da widerstehen?

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Die Buchmesse findet im Badehaus 7 des Sprudelhofes statt. Interessanterweise befindet sich dort auch das Standesamt. Wir freuen uns natürlich ganz besonders über literaturinteressierte Brautpaare!

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Um 13:30 Uhr lese ich aus Opfer & Täter im Lesesaal 2. Heute war er noch recht leer, dies wird morgen anders sein.

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Ich freue mich auf euch, bis morgen!

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Das letzte Einhorn

Endlich habe ich es gefunden. Lange habe ich gesucht. Kein Weg war mir zu weit. Auf viel Unverständnis bin ich gestoßen. Wie kann ein vermeintlich intelligenter Mensch heutzutage noch an Einhörner glauben? Einige meinten sogar, ich sei ein Spinner. Mir war das völlig egal, unbeirrt folgte ich meinem Weg, denn ich wusste schon als Kind: Es gibt sie, die Einhörner, und eines Tages würde ich beweisen, dass es sie gibt!

Auf meinen zahlreichen Reisen rund um Frankfurt und in Gedanken in weit entfernte Galaxien war meine Suche bislang nicht von Erfolg gekrönt. Umso mehr freut es mich, dass ich heute stolz behaupten kann, eines der letzten Geheimnisse dieser Welt gelüftet zu haben. Wahrscheinlich ist es das Letzte seiner Art! Behandelt es gut, falls ihr ihm begegnet.

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Gesichtet in der Nähe von Mombasa – das wohl letzte Einhorn dieser Welt!

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Frieden

Heute ist der Vierundzwanzigste, nicht ein Vierundzwanzigster, nein DER Vierundzwanzigste. Gerne erinnere ich mich an meine Kindertage, in denen dieser Tag etwas ganz Besonderes war. Er war für mich wichtiger als mein Geburtstag. Ja, Geschenke gab es an beiden Tagen und an meinem Geburtstag stand ich sicher mehr im Mittelpunkt als an Heiligabend und doch … der Vierundzwanzigste war etwas Besonderes und auch der erste und zweite Weihnachtsfeiertag. Wir feierten zuerst in der engsten Familie, an den darauffolgenden Tagen auch mit weiteren Verwandten. Schön und aufregend war es immer.

Zwei Weihnachten blieben mir besonders in Erinnerung: Die eine – ich weiß nicht, wie alt ich war, vielleicht acht oder neun – als ich zum ersten Mal auf einem Klavier herumklimperte, damals in Wiesbaden bei Tante Jutta in einer schönen Altbauwohnung. Ich beschloss, an diesem Tage, begeistert wie ich war, Klavierspielen zu lernen. Ich habe es nie umgesetzt, wie viele andere Dinge, die ich mir in meinem Jugendträumen so ausgemalt hatte. Ich kann nicht einmal Noten lesen, geschweige denn irgendwelche sinnvollen Töne aus einem solchen Instrument hervorzaubern.  Die andere – ich glaube ich war elf – als ich eine Märklin Eisenbahn geschenkt bekam – natürlich vom Christkind, von wem sonst? Ich spielte bis tief in die Nacht und war nicht von ihr zu trennen.

Lange, lange ist es her und heute ist für mich der Zauber von Weihnachten stark verblasst. Ich habe meine Unschuld verloren, vielleicht auch meine Illussionen, ja sicher sogar, denn ich hatte damals welche. Wo sind sie nur hin? Was bleibt, ist eine ruhige Zeit, in der ich mir besonders viel Gedanken mache, in mich gehe, Kraft schöpfe und manchmal auch die eine oder andere wichtige Entscheidung treffe.

Gerade in so bewegten Zeiten wie heute kann man dazu neigen, zu verzeifeln oder sich von den überall aufkeimenden und teilweise wildblühenden Hasstiraden anstecken zu lassen. Doch Hass und Hetze verändern nie etwas zum Guten, sie sind zerstörerisch und säen weiteren Hass. Genau das, was wir nicht brauchen! Es gibt Dinge im Leben, die soll und darf man nicht vergessen, aber man muss damit leben lernen, sie auch mal abhaken können. Und lasst uns alle um ihn kämpfen: den Frieden. Nicht nur den in der Welt, den man selbst durch das unbedachte Teilen mancher Posts auf den sozialen Medien mitgefährdet, ohne dass man sich dessen vielleicht bewusst ist, sondern vor allem auch den eigenen. Jeder muss seinen eigenen Frieden finden! Denn dieser beeinflusst andere und wird in die Welt hinausgetragen. Jeder, der mies gelaunt am Morgen aufsteht, seinen ersten sozialen Kontakt an diesem Tag anpflaumt, anstatt fröhlich begrüsst, kann eine Welle lostreten. Stimulus und Response schaukeln sich hoch und boom, gibt es eine immer größer werdende Gruppe, die schlecht gelaunt ist. Und aus schlechter Laune entsteht nichts Gutes!

Du, ja du, der du das gerade liest und natürlich auch ich, wir, wir haben es alle selbst in der Hand. Gehen wir positiv durchs Leben, wird uns das Leben trotz Rückschläge und Schicksalsfügungen, die wir alle mal erleiden, auch selbst positiv begegnen. Das Echo ist freundlich, wenn wir freudlich in die Berge hineinrufen. Nein, es ist wahrlich nicht leicht. Wir alle stehen manchmal mit dem falschen Fuß auf oder irgendeine Laus, die da nicht hingehört, läuft uns über die Leber. Und doch haben wir es selbst in der Hand, uns von so etwas nicht herunterziehen zu lassen, in den Spiegel zu blicken und zu sagen: „Ich mag dich! Alles wird gut, ich werde mich mit all meinen Kräften bemühen, dass heute ein guter Tag wird und meinen Mitmenschen freundlich begegnen!“

Macht dich jemand dumm an und provoziert dich, hast auch du es in der Hand, wie du reagierst. Die Primitiven und Dummen schlagen sofort zu, die Klugen reagieren besonnen und versuchen, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Hin und wieder sind sogar aus solchen Situationen große Freundschaften entstanden. Die Welt ist manchmal verrückt …

Ich wünsche euch allen, dass ihr jeden einzelnen Tag genießt, dass ihr die Kraft findet, positiv durchs Leben zu gehen, gute Freunde und einfach gute Menschen seid fernab jeglichen Hasses! Ich wünsche euch eine besinnliche Zeit, viel Zeit für euch selbst, aus der ihr neue Kraft gewinnt für dieses Leben. Das Leben ist so wunderbar, wenn wir es nur wollen und alle daran arbeiten! In dem Sinne frohe Weihnachten euch allen! Ob ihr es feiert oder nicht, ob euch diese Tage etwas bedeuten oder nicht, habt einfach ruhige und besinnliche Tage!

Es wird in nächster Zeit ruhiger um mich werden, denn ich ziehe mich bis Ende Februar zum Schreiben zurück. Ein paar Wochen Kenia werden mir und der Fertigstellung meines nächsten Thrillers Blut & Rache  gut tun. Ich wünsche euch einen wunderbaren friedvollen Start ins neue Jahr!

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Aschaffenburger Buchmesse 2016 im Schloss

Fast hätte ich es vergessen, einen Link zu Bildern von der diesjährigen Buchmesse im Aschaffenburger Schloss einzustellen. Mein Stand und auch ich sind recht oft dort vertreten. Es war eine tolle, erfolgreiche Messe, die leider nur alle zwei Jahre stattfindet. Ich hoffe, dass ich bis zum nächsten Mal die Zahl meiner Bücher, die ich dort ausstellen werde, auf fünf erhöht habe!

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Besuchervielfalt

Manchmal staune ich schon, wo ihr überall herkommt. Ja, natürlich der größte Teil eurer Seitenaufrufe kommt aus Schland und Österreich, doch dann wird es schon interessant. Ich habe zum Beispiel mehr Aufrufe aus den USA als aus der Schweiz und das trotz der Sprachbarriere. Nach der Schweiz folgt auf dem vierten Platz Russland dann Polen, Brasilien, Vereinigtes Königreich und Spanien, knapp vor Italien, Südafrika und Irland.

Über Besucher aus Länder wie Indien, Algerien, Bangladesch, Trinidad und Tobago, Costa Rica, Argentinien und Mexiko kann ich mich nur wundern, bin aber auch ein klein wenig stolz, von wo ich überall gelesen werde. Ich bin gespannt, welche grauen Länder durch Seitenaufrufe in Zukunft noch eingefärbt werden!

An dieser Stelle ein herzliches Danke an euch alle!

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Die dritte Buch Berlin – meine Erste

Letztes Wochenende war ich wieder mal in Berlin. Die Fahrt dorthin war eher durchwachsen: Regen, Stau, Stau und dann noch einmal Stau.

Berlin ist für mich eine der besonderen Städte, in denen ich mich, wenn ich dort bin, sofort heimisch fühle. So ging es mir schon als Kind, als ich das erste Mal meine Tante Sophie in Zehlendorf besuchte. Möge sie in Frieden ruhen.

Für die im Estrel stattfindende Buch Berlin nächtigten wir ebendort, einem für mich sehr besonderen Ort. 2008 verbrachte ich hier im größten Kongress- und Hotelkomplex Europas drei Tage, die ich niemals vergessen werde. Freud und Leid lagen hier so nahe beinander wie noch nie zuvor. Alles in meinem Leben wäre anders verlaufen, wenn der damals in der Lobby unterzeichnete und später bis tief in die Nacht gefeierte Vertrag nicht in letzter Sekunde geplatzt wäre.

Diesmal war alles anders – ich fuhr zu meiner ersten Buch Berlin. Schon Freitag Abend herrschte ein reges Treiben: Wir Aussteller bauten unsere Messestände auf:

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Irgendwann hatte ich meine Bücherstapel, die sich bereits auf der schönen Buchmesse im Aschaffenburger Schloss zwei Wochen zuvor bewährt hatten, mühsam aufgebaut und war auch mit dem Rest der Dekoration zufrieden. Gefällt euch der Stand?

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Die beiden Messetage vergingen wie im Flug, ich lernte viele interessante Menschen kennen, Besucher, Aussteller, Verleger, Autorenkollegen, Buchblogger und die beiden sehr engagierten Veranstalterinnen Steffi Bieber-Geske und Tatjana Schmischke, ohne die diese wunderbare Messe nie stattgefunden hätte.

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Kreuzberger Nächte sind lang … aber auch die am Kudamm und rundherum. Diese Stadt ist das Leben schlechthin und Ausgehen einfach wunderbar. Nachdem wir Freitag Abend bei weltverbessernden Gesprächen an der Hotelbar im Atrium versackt sind, sind wir Samstag Abend mit einer kleinen Runde ins Zentrum gefahren und irgendwann früh am Morgen in einem anderen Zustand wieder zurückgekommen. Details werden nicht verraten, aber es war sehr, sehr lustig. An viel Schlaf war nicht mehr zu denken. Also musste starker Kaffee und das üppige Frühstücksbuffet den zweiten Messetag retten. Alles hat gut funktioniert. Die anfänglich noch mitleidigen Blicke von anderen Standbetreibern am Morgen legten sich mit meiner zunehmenden Erholung. Eins ist sicher: Berlin, ich komme wieder!
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„Fünf vor Trump“ – Merkel, wach auf!

Politik ist nicht meins, so dachte ich immer. Ja, ich gehe wählen und mache mir so meine Gedanken über Politiker und das Zeitgeschehen, über Dinge, die um uns herum passieren, was diese für uns bedeuten und wie man gewissen Tendenzen gegensteuern und andere aktiv gestalten könnte. Ich dachte nie, dass ich einen zweiten offenen Brief an Sie, Frau Merkel, schreiben würde. Auch den Ersten hätte ich nie für möglich gehalten …

Es ist mehr als traurig, dass es jetzt wieder so weit ist, dass ich einfach nicht ruhig sein kann und meinen Unmut darüber äußere, dass es Ihnen und Ihren Mitregierenden scheinbar völlig egal ist, was nach Ihrer Legislaturperiode passiert. Leider trifft das auch auf fast alle Politiker der Opposition zu – sie wollen nur an Ihrem Stuhl und all den anderen vollgefurzten Sesseln der Koalition im Plenarsaal sägen, ohne wirklich etwas zu bewegen, und werden es aller Voraussicht nach auch nicht besser machen, sollten sie einmal die Chance dazu bekommen. Das macht mich schlichtweg krank!

Ist das gar die Berliner Luft, die die Menschen zu völlig empathielosen, selbstgerechten egoistischen Lebewesen verkommen lässt? Nein, leider ist die Erklärung nicht so einfach, denn erstens gibt es viele tolle und liebenswerte Berliner (vermutlich allesamt Nicht-Politiker) und zweitens lieferte der Umzug nach Berlin bereits den Beweis, dass dem nicht so ist, oder haben Sie etwa die schlechte Luft von Bonn mitgenommen?

Sie haben Ihre Pfründe schon im Trockenen und können mit Kritik hervorragend umgehen, wenn man das so sehen will. In anderen Worten sie geht offensichtlich völlig an Ihnen vorbei, oder Sie verdrängen sie gar nach dem Motto „was nicht sein soll, ist auch nicht!“.

Überall Hass und Hetze

Warum reißt mir wieder mal die Hutschnur? Weil von euch Oberen niemand auch nur irgendetwas dazu lernt! Wir rennen weltweit von einer hausgemachten Katastrophe in die nächste und keiner macht etwas dagegen. Keiner versucht das Ruder herumzureißen! Haben Sie immer noch nicht verstanden, wie viel Hass Sie mit ihrer Politik und Ihrer Tatenlosigkeit säen? Sie haben schon früh im US-Wahlkampf Stellung bezogen und sehen trotzdem immer noch nicht, dass es hier in diesem Lande und in unseren Partnerländern ebenfalls schon „Fünf vor Trump“ ist!

Gerade habe ich einen rechten Hetzartikel gelesen, der eifrig in den sozialen Medien geteilt wird, ohne dass die Berliner und sonstigen lokalen Politiker und deren Schergen etwas dagegen unternehmen. Seit wann spielen Lügen eine größere Rolle als Fakten? Sie alle sehen tatenlos dabei zu, wie Hass weiteren Hass sät. Dabei ist es völlig egal, ob der Hass von links, von rechts, von Männern, von Frauen, von Deutschen, von Ausländern oder von ET oder gar Garfield kommt. Sie und Ihre Heerschar von Abgeordneten, Staatssekretären, EU-Ab-, Bei- oder sonstigen Geordneten kümmern sich um so wichtige Dinge, wie Kuscheln mit Lobbyisten, Postenschachern, Erdoganstreicheln, Verbrecherschonen und Umweltsünder mit Steuervorteilen überhäufen. Dass Sie dabei eine lebenswerte Gesellschaft und Umwelt für die nächsten Generationen zerstören, juckt sie offensichtlich wenig!  Um die wirklich wichtigen Dinge kümmern sie sich nicht. Sie kümmern sich nicht, um den Zustand des Volkes und das, obwohl Sie die oberste Dienerin dieses Volkes sein sollten. Doch nein, Sie dienen uns nicht, Sie und Ihresgleichen – dabei ist es mir gelinde gesagt Wurscht, welchen netten Titel Sie an ihrer Tür stehen haben – Politik scheint eine Seuche zu sein, die, wenn ein Mensch damit befallen ist und zum Politiker wird, sämtliche Sinne mit Ausnahme des Sinnes fürs eigene Wohl abtötet.

Ist es wieder so weit?

Die Wahl eines Mannes, der sich öffentlich über Behinderte lustig macht, der andersrassige Menschen erniedrigt und unverblümt sagt, er werde Atomwaffen auch verwenden, war nur durch abgrundtiefen Hass möglich. Hass, der tagtäglich genährt wird durch Ihre Politik und Untätigkeit. Durch eine Politik, die an der Masse der Menschen vorbei geht und gegen deren Interessen ist. Sie sagen nun vielleicht „was schreibt der für einen Schwachsinn, ich mache keine Politik für Amerikaner, also was habe ich mit der Wahl dieses Wahnsinnigen zu tun?“ Nein, vielleicht machen Sie keine Politik für Amerikaner, aber auch keine für uns Deutschen, für uns Europäer – sie machen eine Politik gegen viele nicht jedoch für viele. Eine Politik, die Hass sät und dabei unterstützt, dass er sich in Ruhe weiter aufbauscht, bis auch bei uns wieder ein vermeintlich Extremer gewählt wird. Hatten wir nicht so etwas schon einmal? Kann eigentlich nicht sein, war vor meiner Zeit und offensichtlich auch vor Ihrer, und Sie haben es wohl trotz der so hochgehaltenen immerwährenden Schuld von uns Deutschen scheinbar so weit verdrängt, dass Sie eine Wiederholung der Geschichte nicht für möglich halten! War die Wahl Trumps und die vermutliche Wahl von Le Pen nicht endlich Warnung genug für Sie? Hallo, aufwachen!

Strahlende Aussichten

Wer als Bundeskanzlerin oder sonstiger Politiker es zulässt, dass in sozialen Medien (für Sie persönlich zur Info: Hier wird die Stimmung für die nächste Wahl gemacht, falls Sie das noch nicht mitbekommen haben!) geschickt Lügen über die „Lügenpresse“ verbreitet werden, Hetze gegen Ausländer gemacht wird und auch anderswo Hetzkampagnen wie z.B. die Lies! Aktion betrieben werden, der hat nichts von Massenbeeinflussung und deren Gefahren verstanden. Hass sät Hass und breitet sich schneller aus, als man sich vorstellen kann und ist irgendwann nicht mehr aufzuhalten, bis es bitterböse kracht. Armageddon, Reset auf Null? Nein, das geht nicht, denn die Welt kann man nicht mehr resetten, wenn sie einmal völlig zerstört ist, und da sind wir auf dem besten Weg hin! Den Atomkoffer hält bald jemand in den Händen, der sich, wenn er in Rage gerät, offensichtlich nicht mehr unter Kontrolle hat. Strahlende Aussichten!

Nein, auch Hillary Clinton war für mich beileibe keine wählbare Kandidatin gewesen, der vielzitierte Satz, dass die Amerikaner zwischen Pest und Cholera wählen konnten, war absolut zutreffend. Sind die Amerikaner also dämlicher als wir, weil sie es zugelassen haben und dazu beigetragen haben, dass die Wahl auf zwei Kandidaten hinauslief, die beide von einigermaßen gebildeten Menschen, die noch alle Tassen im Schrank haben, nicht mit gutem Gewissen wählbar waren? Nein, sind sie natürlich nicht, wir Europäer sind auch nicht besser und driften mit schier unglaublicher Geschwindigkeit ebenso dem Abgrund entgegen. Warum? Wegen Ihnen und Ihresgleichen, Ihrer Bürgerferne, Ihrer Selbstgefälligkeit, Ihrer Politik, die in großen Bereichen an uns allen vorbei geht und wider unserer Interessen steht und Ihren riesigen Scheuklappen, dies zu übersehen oder nicht sehen zu wollen!

Ihr schulmeisterlich erhobener Zeigefinger zur Erinnerung an gemeinsame Werte in Ihrer ersten Reaktion auf die vermeintliche Katastrophe in den USA vermittelte einen schrecklich hilflosen und verzweifelten Eindruck. Hoffentlich sind Sie nun endlich aufgewacht und haben sich ebenso hilflos gefühlt wie Hunderttausende von Verbrechensopfer in diesem Land, die tatenlos zusehen müssen, wie Kriminelle gepimpert und geschont werden, während die Opfer mit ihrem eigenen Schicksal fertig werden müssen.

Was haben Sie getan, Frau Merkel?

Ja, mir ist durchaus bewusst, dass es so etwas wie Realpolitik gibt und man manchmal auch mit dem Teufel einen Pakt schließen muss, um das kleinere Übel zu wählen. Doch das kann immer nur temporär sein. Im Hintergrund muss mit aller Macht an einer anderen Lösung gearbeitet werden. Einen Despoten wie Erdogan immer noch in seinen Allerwertesten zu kriechen, nur um den eigenen Fehler eines dummen Versprechens an sämtliche Flüchtlinge der Welt abzumildern oder gar zu kaschieren, hat jedoch nichts mehr mit Realpolitik zu tun. Wie können Sie und Ihresgleichen sich mit diesem Menschen tatsächlich noch an einen Tisch setzen, um weiterhin über einen EU-Beitritt zu verhandeln? Was haben Sie inzwischen getan, um eine reine EU-Lösung der Flüchtlingsproblematik ohne die Türkei zu finden?

Anstatt Dinge offen zu besprechen, sie dem Volk zu erklären (ja, das geht definitiv nicht bei allem – ich bin (nicht) blauäugig – doch bei dem meisten), werden durch Ihre Politik Millionen von Menschen aus dieser Gesellschaft ausgegrenzt. Was denken Sie, was für Parteien und Personen dauerhaft Ausgegrenzte, mit denen man den Dialog erst gar nicht mehr sucht, sondern sie mit Hasstiraden überhäuft, bei der nächsten Wahl wählen werden? Ja, sie werden Trumpchens wählen – es ist „Fünf vor Trump“ auch in diesem Land! Wachen Sie endlich auf, Frau Merkel & Co.!

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