Besuchervielfalt

Manchmal staune ich schon, wo ihr überall herkommt. Ja, natürlich der größte Teil eurer Seitenaufrufe kommt aus Schland und Österreich, doch dann wird es schon interessant. Ich habe zum Beispiel mehr Aufrufe aus den USA als aus der Schweiz und das trotz der Sprachbarriere. Nach der Schweiz auf dem vierten Platz folgen Russland, Polen, Brasilien, Vereinigtes Königreich und Spanien, knapp vor Italien, Südafrika und Irland.

Über Länder wie Indien, Algerien, Bangladesch, Trinidad und Tobago, Costa Rica, Argentinien und Mexiko kann ich mich nur wundern, bin aber auch ein klein wenig stolz, von wo ich überall gelesen werde. Ich bin gespannt, welche noch grauen Länder durch Seitenaufrufe in Zukunft noch eingefärbt werden!

An dieser Stelle ein herzliches Danke an euch alle!

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Die dritte Buch Berlin – meine Erste

Letztes Wochenende war ich wieder mal in Berlin. Die Fahrt dorthin war eher durchwachsen: Regen, Stau, Stau und dann noch einmal Stau.

Berlin ist für mich eine der besonderen Städte, in denen ich mich, wenn ich dort bin, sofort heimisch fühle. So ging es mir schon als Kind, als ich das erste Mal meine Tante Sophie in Zehlendorf besuchte. Möge sie in Frieden ruhen.

Für die im Estrel stattfindende Buch Berlin nächtigten wir ebendort, einem für mich sehr besonderen Ort. 2008 verbrachte ich hier im größten Kongress- und Hotelkomplex Europas drei Tage, die ich niemals vergessen werde. Freud und Leid lagen hier so nahe beinander wie noch nie zuvor. Alles in meinem Leben wäre anders verlaufen, wenn der damals in der Lobby unterzeichnete und später bis tief in die Nacht gefeierte Vertrag nicht in letzter Sekunde geplatzt wäre.

Diesmal war alles anders – ich fuhr zu meiner ersten Buch Berlin. Schon Freitag Abend herrschte ein reges Treiben: Wir Aussteller bauten unsere Messestände auf:

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Irgendwann hatte ich meine Bücherstapel, die sich bereits auf der schönen Buchmesse im Aschaffenburger Schloss zwei Wochen zuvor bewährt hatten, mühsam aufgebaut und war auch mit dem Rest der Dekoration zufrieden. Gefällt euch der Stand?

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Die beiden Messetage vergingen wie im Flug, ich lernte viele interessante Menschen kennen, Besucher, Aussteller, Verleger, Autorenkollegen, Buchblogger und die beiden sehr engagierten Veranstalterinnen Steffi Bieber-Geske und Tatjana Schmischke, ohne die diese wunderbare Messe nie stattgefunden hätte.

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Kreuzberger Nächte sind lang … aber auch die am Kudamm und rundherum. Diese Stadt ist das Leben schlechthin und Ausgehen einfach wunderbar. Nachdem wir Freitag Abend bei weltverbessernden Gesprächen an der Hotelbar im Atrium versackt sind, sind wir Samstag Abend mit einer kleinen Runde ins Zentrum gefahren und irgendwann früh am Morgen in einem anderen Zustand wieder zurückgekommen. Details werden nicht verraten, aber es war sehr, sehr lustig. An viel Schlaf war nicht mehr zu denken. Also musste starker Kaffee und das üppige Frühstücksbuffet den zweiten Messetag retten. Alles hat gut funktioniert. Die anfänglich noch mitleidigen Blicke von anderen Standbetreibern am Morgen legten sich mit meiner zunehmenden Erholung. Eins ist sicher: Berlin, ich komme wieder!
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„Fünf vor Trump“ – Merkel, wach auf!

Politik ist nicht meins, so dachte ich immer. Ja, ich gehe wählen und mache mir so meine Gedanken über Politiker und das Zeitgeschehen, über Dinge, die um uns herum passieren, was diese für uns bedeuten und wie man gewissen Tendenzen gegensteuern und andere aktiv gestalten könnte. Ich dachte nie, dass ich einen zweiten offenen Brief an Sie, Frau Merkel, schreiben würde. Auch den Ersten hätte ich nie für möglich gehalten …

Es ist mehr als traurig, dass es jetzt wieder so weit ist, dass ich einfach nicht ruhig sein kann und meinen Unmut darüber äußere, dass es Ihnen und Ihren Mitregierenden scheinbar völlig egal ist, was nach Ihrer Legislaturperiode passiert. Leider trifft das auch auf fast alle Politiker der Opposition zu – sie wollen nur an Ihrem Stuhl und all den anderen vollgefurzten Sesseln der Koalition im Plenarsaal sägen, ohne wirklich etwas zu bewegen, und werden es aller Voraussicht nach auch nicht besser machen, sollten sie einmal die Chance dazu bekommen. Das macht mich schlichtweg krank!

Ist das gar die Berliner Luft, die die Menschen zu völlig empathielosen, selbstgerechten egoistischen Lebewesen verkommen lässt? Nein, leider ist die Erklärung nicht so einfach, denn erstens gibt es viele tolle und liebenswerte Berliner (vermutlich allesamt Nicht-Politiker) und zweitens lieferte der Umzug nach Berlin bereits den Beweis, dass dem nicht so ist, oder haben Sie etwa die schlechte Luft von Bonn mitgenommen?

Sie haben Ihre Pfründe schon im Trockenen und können mit Kritik hervorragend umgehen, wenn man das so sehen will. In anderen Worten sie geht offensichtlich völlig an Ihnen vorbei, oder Sie verdrängen sie gar nach dem Motto „was nicht sein soll, ist auch nicht!“.

Überall Hass und Hetze

Warum reißt mir wieder mal die Hutschnur? Weil von euch Oberen niemand auch nur irgendetwas dazu lernt! Wir rennen weltweit von einer hausgemachten Katastrophe in die nächste und keiner macht etwas dagegen. Keiner versucht das Ruder herumzureißen! Haben Sie immer noch nicht verstanden, wie viel Hass Sie mit ihrer Politik und Ihrer Tatenlosigkeit säen? Sie haben schon früh im US-Wahlkampf Stellung bezogen und sehen trotzdem immer noch nicht, dass es hier in diesem Lande und in unseren Partnerländern ebenfalls schon „Fünf vor Trump“ ist!

Gerade habe ich einen rechten Hetzartikel gelesen, der eifrig in den sozialen Medien geteilt wird, ohne dass die Berliner und sonstigen lokalen Politiker und deren Schergen etwas dagegen unternehmen. Seit wann spielen Lügen eine größere Rolle als Fakten? Sie alle sehen tatenlos dabei zu, wie Hass weiteren Hass sät. Dabei ist es völlig egal, ob der Hass von links, von rechts, von Männern, von Frauen, von Deutschen, von Ausländern oder von ET oder gar Garfield kommt. Sie und Ihre Heerschar von Abgeordneten, Staatssekretären, EU-Ab-, Bei- oder sonstigen Geordneten kümmern sich um so wichtige Dinge, wie Kuscheln mit Lobbyisten, Postenschachern, Erdoganstreicheln, Verbrecherschonen und Umweltsünder mit Steuervorteilen überhäufen. Dass Sie dabei eine lebenswerte Gesellschaft und Umwelt für die nächsten Generationen zerstören, juckt sie offensichtlich wenig!  Um die wirklich wichtigen Dinge kümmern sie sich nicht. Sie kümmern sich nicht, um den Zustand des Volkes und das, obwohl Sie die oberste Dienerin dieses Volkes sein sollten. Doch nein, Sie dienen uns nicht, Sie und Ihresgleichen – dabei ist es mir gelinde gesagt Wurscht, welchen netten Titel Sie an ihrer Tür stehen haben – Politik scheint eine Seuche zu sein, die, wenn ein Mensch damit befallen ist und zum Politiker wird, sämtliche Sinne mit Ausnahme des Sinnes fürs eigene Wohl abtötet.

Ist es wieder so weit?

Die Wahl eines Mannes, der sich öffentlich über Behinderte lustig macht, der andersrassige Menschen erniedrigt und unverblümt sagt, er werde Atomwaffen auch verwenden, war nur durch abgrundtiefen Hass möglich. Hass, der tagtäglich genährt wird durch Ihre Politik und Untätigkeit. Durch eine Politik, die an der Masse der Menschen vorbei geht und gegen deren Interessen ist. Sie sagen nun vielleicht „was schreibt der für einen Schwachsinn, ich mache keine Politik für Amerikaner, also was habe ich mit der Wahl dieses Wahnsinnigen zu tun?“ Nein, vielleicht machen Sie keine Politik für Amerikaner, aber auch keine für uns Deutschen, für uns Europäer – sie machen eine Politik gegen viele nicht jedoch für viele. Eine Politik, die Hass sät und dabei unterstützt, dass er sich in Ruhe weiter aufbauscht, bis auch bei uns wieder ein vermeintlich Extremer gewählt wird. Hatten wir nicht so etwas schon einmal? Kann eigentlich nicht sein, war vor meiner Zeit und offensichtlich auch vor Ihrer, und Sie haben es wohl trotz der so hochgehaltenen immerwährenden Schuld von uns Deutschen scheinbar so weit verdrängt, dass Sie eine Wiederholung der Geschichte nicht für möglich halten! War die Wahl Trumps und die vermutliche Wahl von Le Pen nicht endlich Warnung genug für Sie? Hallo, aufwachen!

Strahlende Aussichten

Wer als Bundeskanzlerin oder sonstiger Politiker es zulässt, dass in sozialen Medien (für Sie persönlich zur Info: Hier wird die Stimmung für die nächste Wahl gemacht, falls Sie das noch nicht mitbekommen haben!) geschickt Lügen über die „Lügenpresse“ verbreitet werden, Hetze gegen Ausländer gemacht wird und auch anderswo Hetzkampagnen wie z.B. die Lies! Aktion betrieben werden, der hat nichts von Massenbeeinflussung und deren Gefahren verstanden. Hass sät Hass und breitet sich schneller aus, als man sich vorstellen kann und ist irgendwann nicht mehr aufzuhalten, bis es bitterböse kracht. Armageddon, Reset auf Null? Nein, das geht nicht, denn die Welt kann man nicht mehr resetten, wenn sie einmal völlig zerstört ist, und da sind wir auf dem besten Weg hin! Den Atomkoffer hält bald jemand in den Händen, der sich, wenn er in Rage gerät, offensichtlich nicht mehr unter Kontrolle hat. Strahlende Aussichten!

Nein, auch Hillary Clinton war für mich beileibe keine wählbare Kandidatin gewesen, der vielzitierte Satz, dass die Amerikaner zwischen Pest und Cholera wählen konnten, war absolut zutreffend. Sind die Amerikaner also dämlicher als wir, weil sie es zugelassen haben und dazu beigetragen haben, dass die Wahl auf zwei Kandidaten hinauslief, die beide von einigermaßen gebildeten Menschen, die noch alle Tassen im Schrank haben, nicht mit gutem Gewissen wählbar waren? Nein, sind sie natürlich nicht, wir Europäer sind auch nicht besser und driften mit schier unglaublicher Geschwindigkeit ebenso dem Abgrund entgegen. Warum? Wegen Ihnen und Ihresgleichen, Ihrer Bürgerferne, Ihrer Selbstgefälligkeit, Ihrer Politik, die in großen Bereichen an uns allen vorbei geht und wider unserer Interessen steht und Ihren riesigen Scheuklappen, dies zu übersehen oder nicht sehen zu wollen!

Ihr schulmeisterlich erhobener Zeigefinger zur Erinnerung an gemeinsame Werte in Ihrer ersten Reaktion auf die vermeintliche Katastrophe in den USA vermittelte einen schrecklich hilflosen und verzweifelten Eindruck. Hoffentlich sind Sie nun endlich aufgewacht und haben sich ebenso hilflos gefühlt wie Hunderttausende von Verbrechensopfer in diesem Land, die tatenlos zusehen müssen, wie Kriminelle gepimpert und geschont werden, während die Opfer mit ihrem eigenen Schicksal fertig werden müssen.

Was haben Sie getan, Frau Merkel?

Ja, mir ist durchaus bewusst, dass es so etwas wie Realpolitik gibt und man manchmal auch mit dem Teufel einen Pakt schließen muss, um das kleinere Übel zu wählen. Doch das kann immer nur temporär sein. Im Hintergrund muss mit aller Macht an einer anderen Lösung gearbeitet werden. Einen Despoten wie Erdogan immer noch in seinen Allerwertesten zu kriechen, nur um den eigenen Fehler eines dummen Versprechens an sämtliche Flüchtlinge der Welt abzumildern oder gar zu kaschieren, hat jedoch nichts mehr mit Realpolitik zu tun. Wie können Sie und Ihresgleichen sich mit diesem Menschen tatsächlich noch an einen Tisch setzen, um weiterhin über einen EU-Beitritt zu verhandeln? Was haben Sie inzwischen getan, um eine reine EU-Lösung der Flüchtlingsproblematik ohne die Türkei zu finden?

Anstatt Dinge offen zu besprechen, sie dem Volk zu erklären (ja, das geht definitiv nicht bei allem – ich bin (nicht) blauäugig – doch bei dem meisten), werden durch Ihre Politik Millionen von Menschen aus dieser Gesellschaft ausgegrenzt. Was denken Sie, was für Parteien und Personen dauerhaft Ausgegrenzte, mit denen man den Dialog erst gar nicht mehr sucht, sondern sie mit Hasstiraden überhäuft, bei der nächsten Wahl wählen werden? Ja, sie werden Trumpchens wählen – es ist „Fünf vor Trump“ auch in diesem Land! Wachen Sie endlich auf, Frau Merkel & Co.!

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Meine Reise vorwärts in die Vergangenheit 2/2

Aussichtsturm oben auf dem Pyramidenkogel zwischen Wörthersee und dem Keutschacher See: Dort hinauf zu fahren, war mit 18 eine meiner beliebtesten Motorradstrecken mit meiner 650er Kawasaki – so etwas wie einen Stufenführerschein gab es damals noch nicht. Fast alle meine Freunde hatten schwere bis sehr schwere Unfälle. Einen davon schildere ich so, wie er sich tatsächlich damals zugetragen hat, in Kapitel 18 von Niemand wird dich vermissen. Die anschließende missglückte Bluttransfusion, die eine Verkettung schrecklicher Ereignisse nach sich zieht, habe ich für den Thriller freilich erstunken und erlogen. Ich selbst hatte Glück! Bis auf eine unfreiwillige Begegnung mit einem Reh (ich habe überlebt – das Reh nicht …) und einer älteren Dame, die meine schmale Silhouette im Rückspiegel übersah, und mich auf dem Weg zur Schule „abschoss“, ist mir nichts Ernstes passiert.

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Der Aussichtsturm war damals eine Stahlbetonkonstruktion, die vor einigen Jahren unter großem Protest vieler Projektgegner gesprengt wurde. Kritische Stimmen glaubten nicht an die Sinnhaftigkeit einer neuen, architektonisch hoch interessanten Holzkonstruktion, die nicht nur deutlich höher sein sollte, sondern auch einen Freefall, eine Panoramaschwebeseilbahn und eine 120 Meter lange Rutsche in die Tiefe umfasste. Allen Kritikern zum Trotz hat sich die Investition gelohnt – vor Kurzem konnte der millionste Besucher verzeichnet werden.

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Ich muss zugeben, mir wurde es schon ein wenig mulmig, als ich den weltweit höchsten Holzaussichtsturm emporstieg. Der alte Turm damals war auch schon nicht ohne, doch hier kam ich an meine Grenzen und musste mich erst ein wenig „akklimatisieren“, bevor ich das Rundumpanorama über meine alte Heimat so richtig genießen konnte. Der Blick entschädigte mich für das mulmige Gefühl hundertfach. Als letzter Besucher an diesem Abend musste ich aufgefordert werden, die Aussichtsplattform endlich zu verlassen – ich hätte noch ewig dort oben bleiben können!

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Universität Klagenfurt: Hier waren wir mit einigen Professoren per Du und sind uns bei Selbstfindungsseminaren auf einer Almhütte auf über 2000 Meter Höhe weinend in den Armen gelegen – geile Zeit! Wenn ich zurückblicke, so fallen mir komischerweise immer die Uniparties zuerst ein. Sie waren wild, martialisch und legendär. Ob das heute auch noch so ist oder wie fast alles weichgespült? Trotzdem habe ich hier eine tolle Ausbildung bekommen und bin ewig dankbar dafür!

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Maria Wörth, Kirche aus dem 16. Jahrhundert in der gleichnamigen Gemeinde auf einer Halbinsel am Südufer des Wörthersees – für mich die Postkartenidylle schlechthin. Zu meinem Verdruss hat das Wetter bei meinem zweiten Besuch, als ich dieses Bild machte, nicht mehr mitgespielt. Das gute Foto ist leider in die ewigen Jagdgründe eingegangen, dafür habe ich Tage später noch eins mit Teleobjektiv vom Pyramidenkogel aus gemacht:

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Ich habe meistens am Nordufer des Sees gebadet und bin öfters quer über den See geschwommen und habe anschließend in dem links zu sehenden Restaurant eines Hotels einen „Verlängerten“ getrunken. Nein, ich war nicht lebensmüde. Da ich nur ein leidlicher Schwimmer bin, habe ich so eine Aktion nur gemacht, wenn ich von einem Boot begleitet wurde.

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Forstsee hoch oben im Wald über dem Wörthersee: ruhig, verschlafen, Entspannung pur und es begegnen einem immer wieder „Nackerte“, die lückenlos braun werden wollen, oder aus anderen Gründen gerade keine Kleidung an haben. Hier oben haben wir als Studenten oft gemeinsam gelernt. Böse Zungen behaupten, nicht nur das, was in den mitgebrachten Unterlagen drin stand. No further comments!

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Café am Platz (am Neuen Platz) in Klagenfurt: Manchmal haben wir uns hier zusammengefunden, wenn wir keine Lust auf Schule hatten. Die Kaffeehaustradition wird hier noch gelebt.

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Öfter sind wir wohl hier aus dem gleichen Grund versackt, doch den Bus von der „Schule“ nach Hause  fanden wir am Abend wie durch ein Wunder immer: Gasthaus zum Pumpe, eine Institution in der Landeshauptstadt, urig, gemütlich, laut, immer was los und der Gerstensaft fließt in Strömen:

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Der im 16. Jahrhundert künstlich angelegte Lendkanal verbindet Klagenfurt mit dem Wörthersee. Unvergessen bleibt er mir vor allem durch unzählige blaue Flecke, die ich ihm zu verdanken habe. In Kärnten gehört Eislaufen und Eishockey zum Schulsport. Somit musste auch ich Eislaufen lernen, als wir im klirrend kalten kärntner Winter mit der Klasse die zugefrorene Lend aufsuchten, wann immer die Eisstärke es zuließ.

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Leider gibt es die besten Bilder meiner Reise vorwärts in die Vergangenheit nur noch in meiner Erinnerung. Ich Vollkoffer ignoriere immer Gebrauchsanweisungen – bin ja so klug, dass sich mir alles selbst erschließt … Dementsprechend wusste ich zwei Tage lang nicht, was dieses nervige rote Signal links unten im Display meiner Nikon bedeutet, das immer kurz eingeblendet wurde. Ich ignorierte es in meiner Begeisterung über die tollen Motive und das herrliche Licht an Tag zwei und drei meiner Reise beharrlich. Später fand ich schmerzlich heraus, dass dies der Hinweis darauf war, dass sich keine Speicherkarte in der Kamera befand – Kunststück, denn die war noch im Laptop von meiner Tour durch die Tscheppaschlucht.😦

Am meisten wurmt mich, dass sämtliche Bilder, die ich aus dem Beiwagen dieses Gespanns schoss, für immer verloren sind. Der Sonnenuntergang über den Bergen und dem Wörthersee war an diesem Tag so spektakulär, wie ich ihn selten zuvor erlebt habe, dazu der Spaß, den solch ein Gefährt bietet. Nun ja, wieder etwas nur für mein Kopfkino!

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Viele Erinnerungen an wunderschöne aber auch schwierige Augenblicke in meinem Leben kamen auf dieser Reise zurück in aktivere Regionen meines Gedächtnisses. Des öfteren bin ich einfach auf einer Bank, in einem Café oder Restaurant gesessen, manchmal auch nur auf einem Stein am See und habe hunderte Erlebnisse meiner Vergangenheit Revue passieren lassen. Hin und wieder verspürte ich einen Stich im Herzen. Manche Dinge tuen auch noch nach Jahren weh.

Es war gut, dass ich diese Reise allein unternahm und so ungewöhnlich viel Zeit nur mit mir selbst hatte. Die Erinnerungen an meine wunderschöne Jugend- und Studienzeit in Kärnten werden mich ewig begleiten. Ich nehme mir fest vor, dass  die Wörtherseeregion wieder ein festerer Bestandteil meines Lebens wird – es ist und bleibt meine  zweite Heimat! Ich komme wieder – keine Frage!

Hast du auch schon eine Reise vorwärts in die Vergangenheit unternommen? Wie ist es dir dabei ergangen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Teil 1 meiner Reise kann man hier nachlesen!

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Meine Reise vorwärts in die Vergangenheit 1/2

Mit 15 Jahren zog ich von Niedernhausen im Taunus nach Schiefling am Wörthersee ganz im Süden Österreichs unweit der slovenischen und italienischen Grenze. Alles war aufregend, vieles auch zu viel für mich. Mitten in der Pubertät sind solch gravierende Einschnitte im Leben schwer zu verkraften und so hatte ich trotz aller Freude über einen Neustart in einer landschaftlich herausragend schönen Gegend einige Zeit daran zu knabbern, bis ich mich schließlich in meiner neuen Heimat wohlfühlte.

Aus dem damals drogenverseuchten Niedernhausen und Idstein (leider überlebten nicht alle aus unserer Klasse dieses Umfeld) ging es in die heile kleine Welt am Wörthersee, wo ich mir schwertat, die Leute zu verstehen, wenn sie kärntnerisch sprachen, und das taten sie immer. Selbst wenn sie sich in Anbetracht meines stets fragenden Gesichtsausdrucks für ein oder zwei Sätze bemühten, ihr bestes Hochdeutsch zu praktizieren, kam im Redeschwall das Kärntnerisch so stark durch, dass ich meist nur Bahnhof verstand. Doch in diesem Alter ist man erstaunlich anpassungsfähig und so begann meine Wandlung als neuer Mitbürger mit Migrationshintergrund. Damals hat mich natürlich niemand so bezeichnet – ich war einfach der „Piefke“ oder der „Deitsche“.

Anlässlich eines Klassentreffens der besten Schule der Welt begab ich mich kürzlich auf eine Reise nach Kärnten, meiner alten Heimat:

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Ich suchte bewusst Orte meiner Vergangenheit auf, die mir etwas bedeuteten, besuchte alte Freunde, stellte wieder mal fest, dass wahre Freundschaft zeit- und distanzlos ist, und machte meine persönliche Reise vorwärts in die Vergangenheit. Sie beginnt mit dem Ausblick aus dem Wohn- und Esszimmer meines Freundes T. auf den Wörthersee mit dem Pyramidenkogel im Hintergrund. Wer möchte nicht morgens bei einem solchen Ausblick frühstücken?

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Hotel Schloss Velden: Kulisse zahlreicher Filme u.a. die Kultserie „Das Schloss am Wörthersee“ mit Roy Black. Oft konnte man in der Schloßbar Udo Jürgens antreffen, sein Rolls Royce vor der Tür geparkt. Gunther Sachs besaß damals das Schloss und feierte mit dem Jetset hier am Wörthersee eine Party nach der anderen. Unzählige Promis gaben sich die Klinke in die Hand. Die Queen hat hier genächtigt, auch J.R. Ewing und Sue Ellen aus Dallas kamen und sorgten für Menschentrauben – lang, lang ist es her, als Klein-Uwe sich in der ein oder anderen Traube befand und mit den Massen mitstaunte.

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Spielcasino Velden: Nicht nur einmal habe ich hier als Student am Anfang des Monats mein ganzes Monatsbudget verzockt und musste dann jobben gehen, damit ich etwas zum Essen hatte. Irgendwann habe ich es dann endlich verstanden: Glücksspiel ist nichts für mich,  doch bis dahin musste ich durch das eine oder andere Tal der Tränen gehen. Manche Dinge brauchen Zeit, bis auch ich sie verinnerlicht habe. Das Casino Velden ist für mich nach wie vor eines der schönsten Spielcasinos überhaupt, auch wenn Kitzbühel und Monte Carlo ebenfalls einen besonderen Reiz haben!

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Meinem Freund R. ging es meist nicht besser. Nach dem Spiel haben wir immer in der Pizzeria Marietta (sie sah damals ganz anders aus) bei einer Pizza Prosciutto unseren Kummer über das verlorene Geld in einem großen Krug Merlot oder Valpolicella ertränkt. Manchmal wurden es auch zwei oder drei. Hatten wir zur Abwechslung mal gewonnen, waren Prosciutto und „Valpe“ auch obligatorisch. Bis heute bin ich ein Liebhaber italienischer Rotweine.

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Im rechten Haus des nächsten Bildes hatte ich meine zweite Studentenbude – oberer Balkon, rechte Seite. Ich teilte mir den Balkon mit einer hübschen Blondine. Dies stellte ich aber erst kurz nach meinem Einzug fest, als mein Freund R. mir morgens im Treppenhaus begegnete, wir uns beide verwirrt anstarrten und fragten, was der jeweils andere hier zu suchen habe – er war in diesem Fall schneller gewesen. Wir waren dann ein paar Wochen Nachbarn – in dieser Zeit dauerten die meisten Dinge immer nur ein paar Wochen, wenn überhaupt, und das war gut so.

Im Haus links, einem Bauernhof, der auch Zimmer an Touristen vermietete, holte ich mir jeden Abend mit einer Milchkanne frische Milch. Sie war noch kuhwarm und schmeckte köstlich. Ließ man sie ein, zwei Stunden stehen, setzte sich oben herrlicher Rahm (Sahne) ab. Ich vermisse das Landleben!

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Uferpromenade Velden: Hier bin ich alle paar Tage mit meinem Freund H. spazieren gegangen. Meist saßen wir ewig auf einer der Bänke und haben gedanklich die Welt verbessert und das ganz ohne geisterhellende Substanzen. H., ich vermisse unsere Gespräche und unsere damalige Sichtweise auf viele Dinge!

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Ein privater Badesteg am Wörthersee – so etwas können sich nur Reiche und Superreiche leisten. Uns war das egal, wir sind über den Zaun geklettert und haben dort illegal gebadet, wenn uns danach war. Einmal machte ich in Begleitung einer hübschen Studentin, meines Freundes T. und seiner Freundin nachts im Übermut einen Köpfer in den See. Wir waren natürlich alle nackt und genossen das sehr – Gott, war ich wieder mal verliebt, wie fast immer! Weniger genoss ich, dass ich dabei eine Kontaktlinse verlor. Für mich als mittelloser Student war das ein herber Verlust! Meine Augen ließ ich erst Jahre später lasern. War es dieser Steg oder ein anderer, den wir nächtens angeheitert und voller Übermut in Beschlag genommen hatten? Ich weiß es nicht mehr, ist auch egal. Was bleibt sind die wunderbaren Erinnerungen:

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So könnte ich mir sehr gut mein nächstes Haus vorstellen:

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Leider wird es wohl ein Traum bleiben.

Meine ehemalige Schule, die einmal die Siechenanstalt war, habe ich vor kurzem schon in diesem Blogbeitrag vorgestellt:

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Auf dem letzten Bild könnt ihr horizontal ziemlich genau in der Mitte, vertikal etwas unter ihr mein damaliges Elternhaus sehen, zumindest wenn ihr Adleraugen habt und genau hinschaut. Von meinem Balkon hatte ich einen spektakulären Blick auf die Gebirgskette der Karawanken. Doch hat mich mit 17 1/2 Jahren mehr der Blick auf meine 650er Kawasaki interessiert, die wartend unter dem Balkon stand, bis ich endlich 18 wurde und fahren durfte. Wieviele Stunden ich „die Maschine“ täglich sehnsüchtig angestarrt und den ein oder anderen Ausritt auf ihr ohne Zulassung auf wenig befahrenen Seitenstraßen gewagt habe, kann ich nicht mehr sagen. Doch die Zeit bis zur Volljährigkeit war die reinste Hölle. Warten war noch nie meine Stärke!

Bezahlt hatte ich die Kawa mit Geld, das ich am Golfplatz verdiente. Ich suchte im Wald und Tümpeln rund um die Fairways nach Golfbällen, die die Golfer verloren hatten, um sie ihnen dann netterweise wieder zurück zu verkaufen. Eigentlich dreist, doch hat es sich immer gelohnt! Skistar Franz Klammer, der so oft das legendäre Kitzbüheler Hahnenkammrennen gewann, wie niemand vor und nach ihm, war ein guter Kunde von mir. Neben dem obligatorischen Diskobesuch am Abend (wir kannten alle Türsteher, unser Minderjährigenstatus hat somit niemanden interessiert …) konnte ich mir von meinem Golfballgeld auch meinen Traum des ersten Motorrads erfüllen.

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Hier geht es zu Teil 2

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Eindrücke von der FBM 2016

Damit es mir nicht wie letztes Jahr geht, und ich trotz guter Vorsätze irgendwann feststelle, „nun ist es zu spät, etwas über die Buchmesse zu posten“, habe ich ein paar Highlights für mich ausgewählt und teile sie im Folgenden mit euch:

Donna Leon in Höchstform – sie ist sehr sympathisch, klug und schlagfertig:
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Miroslav Nemec liest aus seinem ersten Krimi Die Toten von der Falkneralm, sehr unterhaltsam. Wenn dieses Buch verfilmt werden sollte, wer dürfte dann wohl den Nemec spielen? Vielleicht findet sich ja ein Ivo Batic?

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Der bekannteste deutsche Gerichtsmediziner Michael Tsokos stellt sein neuestes Werk vor Sind Tote immer leichenblass?. Ich konnte nicht widerstehen und ließ mir einen seiner älteren Thriller signieren.

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Nettes Spiel einer Buchhandelskette – leider verhinderte das feuchtkühle Wetter, dass ich mich dort ein wenig hinlümmelte:

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Die Mutter der Taunuskrimis Nele Neuhaus mit ihrem neuesten Werk:

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Der nach dem Ableben von Marcel Reich-Ranicki wohl bekannteste deutsche Literaturkritiker Dennis Scheck wie immer gnadenlos – diesmal wurde Daniela Katzenbergers neues Buch verrissen, und das kann er gut:

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Da hat sich doch glatt ein unbekannter Autor in den nach diversen Fernsehbeiträgen hessenweit bekannten Stand des Frankfurter Charles Verlages geschlichen und signiert sein Buch – Sachen gibt’s … Danke der Verlagsautorin Sabine Marthiensen für dieses Skandalfoto:

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Die Spitze des Messeturms am frühen Morgen noch im Nebel, doch schon wandeln dort Cosplayer in ihren wunderschönen Kostümen über die Brücke – das hat etwas Elfenhaftes.

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Connie Palmen mit ihrem Buch Du sagst es:

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Signierstunde von Cody McFadyen:

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Anna K. Bodenbach am Stand des Charles Verlages (mit Verleger Marcel Dax). Ihr Wiesbaden Krimi Revanche wird im Frühjahr erscheinen:

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Meinereiner auf dem blauen Sofa – das Ende der Messe nahte und es interessierte niemanden mehr, wer hier nun saß:

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Weihnachten im Oktober

Ende September saß ich mit einem befreundeten Unternehmer, der Softwarelösungen für Kunden- und Mitarbeiterbefragungen anbietet, bei leckerem Essen und italienischem Merlot in einem Restaurant direkt am schönen Wörthersee. Wie so oft in der zweiten Hälfte eines Jahres streifte unser Gespräch das Thema Weihnachten, denn Weihnachten kommt immer schneller, als man denkt, es sei denn man ist ein Kind und wartet sehnsüchtig darauf. Was sollte er nur seinen Kunden dieses Jahr als kleine Anerkennung der Wertschätzung der bestehenden Geschäftsbeziehung schenken? Er wollte sich dieses Jahr eine Alternative zu Hochprozentigem einfallen lassen. Schnell kamen wir zu einer Idee, die einen Bezug zum Firmensitz am Wörthersee hat: persönlich gewidmete Bücher. Rein zufällig handelt Opfer und Täter teilweise in Kärnten. Gleich am nächsten Tag besorgte er sich über die Buchhandlung seines Vertrauens in Klagenfurt ein Exemplar meines Armin Anders Thrillers. Er musste selbstverständlich zuvor erst selbst beurteilen, ob es etwas für seine Geschäftspartner sein könnte.

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Heute erhielt ich seinen Anruf, der für mich etwas von einer Weihnachtsbescherung hatte: Nachdem er es ein paar Wochen zeitlich  nicht geschafft hatte, über Seite dreißig hinauszukommen, hat er den Thriller über Nacht verschlungen. Nach seiner Aussage konnte er einfach nicht aufhören zu lesen, bis sämtliche Zusammenhänge aufgeklärt waren. Dementsprechend müde war er heute, doch da musste er durch. Ich habe kein Mitleid, sondern freue mich gerade wie ein Schnitzel! Ich bekomme nun eine Liste seiner Geschäftskontakte zugeschickt und darf viele, viele Opfer und Täter signieren und mit einer kleinen Widmung versehen. Er wird diese dann zusammen mit einer Karte zeitgerecht verschicken. So schön kann Weihnachten im Oktober sein!

Gefällt Ihnen die Idee, auch Ihren Kunden, Geschäfts- oder anderen Freunden oder Verwandten mit namentlich gewidmeten Büchern ein sehr persönliches Weihnachtsgeschenk zu bereiten? Ich freue mich auf Ihre Bestellung!

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